Ich habe vor 14 Tagen, im Rahmen einer Vertragsverlängerung bei Vodafone, ein neues Samsung NC10 für 1,00 € erstanden. Schon seit längerem liebäugelte ich mit diesem Kleinod der Rechentechnik. So weit ich im Internet recherchieren konnte, ist es eines der am besten bewerteten Netbooks am Markt.
Ausgestattet ist das Gerät mit allem, was man unterwegs, oder auf der Couch, so braucht. HSPA-Modem, Bluetooth 2.1, 160 GB HD, Intel Atom N270 mit 1,6 GHz, Kartenleser, Atheros WLAN 802.11 b/g, 1,3 MegaPixel Webcam, 10.2″ WSVGA non-glare LED TFT (1024×600), 1 GB RAM und Intel 945GME Express Chipsatz. Das BIOS liegt in Version 11CA vom 09/08/09 vor, und das Gerät wurde laut Typenschild im Januar 2010 produziert. Konkret handelt es sich dabei um das Modell: NP-NC10-HAZ1DE. Ein optisches Laufwerk hat dieses Gerät, wie in dieser Klasse üblich, nicht. Soweit zu der Austattung. Ich will gar nicht weiter auf die Hardware eingehen, das ist hier schon geschehen. Nur soviel sei gesagt: die Tastatur finde ich sehr gut, das Touchpad ist mir persönlich zu klein. Ansonsten gibt es nichts zu beanstanden!
So, nun will ich ja nicht Windows 7 Starter auf dem Objekt meiner Begierde haben, sondern die aktuelle, noch nicht offiziell erschienende Fedora 13. Also das Live-CD-Image runter geladen, auf meinem “Großen” den liveusb-creator installiert und einen USB-Stick vorbereitet. Achtet darauf die i686 Version von Fedora zu nehmen, da der N270 Prozessor keine 64bit Erweiterung besitzt. Auch für Windows gibt es den liveusb-creatorl hier zum Download. Obwohl es nur max. die Fedora 12 zur Auswahl anzeigt, funktioniert es ohne Probleme mit dem Image der Fedora 13. Der ganze Vorgang hat bei mir knappe 1,5 Minuten gedauert.
Den so vorbereiteten USB-Stick in das NC10 gesteckt, im BIOS den USB HDD Eintrag ganz nach oben in der Geräteauswahl zum Booten eingestellt und ab geht die Post. Die Installation lief schnell und ohne Probleme durch, darauf will ich auch nicht weiter eingehen. Einzig erwähnenswert ist vielleicht die Tatsachen, das meine $HOME Partition verschlüsselt ist.
Nach der Installation dann als Erstes das WLAN in Betrieb genommen und die Updates installiert. Hat alles reibungslos funktioniert. Der neue NetworkManager arbeitet ohne Murren, auch eine Testverbindung des integrierten UMTS-Modems hat geklappt. Sobald ich den Chip eingesteckt und das Netbook gestartet hatte, wurde ich, unmittelbar nach dem Login, nach der PIN gefragt. Das eigentliche Einrichten des Zugangs war mit ein paar Klicks ein Kinderspiel. Schneller und leichter kommt man nun wirklich nicht ins mobile Internet. Apropos Mobiles Breitband, den Chip kann man ganz leicht einsetzen, in dem man den Akku heraus nimmt. Das Kabel gebundene Netzwerk funktioniert ebenfalls out-of-the-box.
Sound und Video sind gleich mit den richtigen Einstellungen parat. Compiz läßt sich von Hause aus aktivieren. Sogar die schon oft bemängelten Hell/Dunkel-Funktionstasten funktionieren auf Anhieb. Die Webcam ist mit 1,3 Megapixel nicht der Bringer, reicht für Skype und Co aber alle Male. Auch diese wurde von Cheese und einem nachinstalliertem Skype ohne Probleme erkannt. Videos und MP3 Songs werden flüssig abgespielt, vorausgesetzt man hat die Codecs installiert.
Über die tatsächliche Akku-Laufzeit kann ich ehrlich noch nichts sagen, da ich es bisher noch nicht lange genug in Betrieb hatte, bis der Akku auch nur annähernd leer war. Ich glaube diese Tatsache spricht für sich, besonders wenn man bedenkt, das ich das Teil schon des Öfteren Abends, im Wohnzimmer, in Gange hatte. Die beiden Ruhezustände, Suspend-To-Ram und Suspend-To-Disk, funktionieren erfreulicherweise auch wunderbar.
So das war’s auch schon zur Hardware-Funktionalität. Ansonsten habe ich ein paar Kleinigkeiten gegenüber der Standard-Installation geändert. Als erstes mußte das obere Panel dran glauben und das untere wurde entsprechend angepasst, wie man auf dem Screenshot erkennen kann.

Desktop NC10
Als Zweites habe ich die DPI in den Schriftarten/Details auf 84 eingestellt. Damit sind die Schriften nicht mehr so groß und trotzdem scharf. Auch finde ich das Default Theme von Fedora 13 nicht so schick, so das ich mir die Solar-Backgrounds und das Solar Plymouth Theme installiert habe. Ein Wechsel des Plymouth Themes ist hier wunderbar erklärt und funktioniert auch unter der 13.
Dem Gnome-Terminal habe ich die Menüleiste genommen. Dieses Tool ist für mich wichtig, da ich vieles auf der Console erledige.

Terminal NC10
Bei der Software Auswahl habe ich auch einiges verändert. Als erstes die üblichen Codecs und den Mplayer von RPM-Fusion installiert. Firefox, Evolution und Shotwell habe ich deinstalliert. Zum Einen gehe ich unterwegs via Browser auf meine E-Mail Konten, und zum Anderen brauche ich auf dem Netbook keine Bilderverwaltung. Zum Ansehen reichen mir Nautilus in Verbindung mit Eye of Gnome. Als Standard-Browser fungiert bei mir der Chromium.
Ich habe mir auch noch diverse Tools zum Entwickeln installiert, damit ich unterwegs, im Wohnzimmer oder beim Lesen des einen oder anderen Fachbuches auch mal schnell was zur Hand habe. Soweit ich im Internet gelesen habe, läuft wohl Netbeans recht passabel auf dem Gerät. Ich werde es die Tage mal installieren und sehen wie es geht. Ansonsten benutze ich sowieso den gvim.

gvim NC10
Mein erster Eindruck mit Fedora 13 und dem Samsung NC10: ein ideales Paar!
Die Distribution habe ich vorher schon auf meinen Acer Aspire 8920 installiert und bin auch hier, auf dem “Kleinen” begeistert. Die Hardware wird vom Standard Kernel (2.6.33.4-95) unterstützt und die notwendigen Tools arbeiten auch ohne Probleme. Ich habe auch den Eindruck, als ob es unter der Fedora etwas “flüssiger” läuft, als mit dem Windows 7 Starter. Das kann aber auch eine subjektive Wahrnehmung, geboren aus Wunschdenken, sein.
Was mich besonders entzückt, ist schlicht weg die Tatsache, das ich einem vollwertigen kleinen Rechner für unterwegs habe.